Bandion-Ortner räumt "echtem Jugendvollzug" Vorrang ein Utl.: Justizministerin initiiert kurzfristige Lösung = Wien (OTS) - Die langwierigen Diskussionen betreffend Verbesserungen im Jugendvollzug in der Justizanstalt Wien-Josefstadt wurden heute unter Einbeziehung aller Betroffenen (Jugendgerichtshilfe, Richter, Vollzugsverwaltung) fortgesetzt. Laut Bundesministerin Mag. Claudia Bandion-Ortner zeichnet sich eine schnell umsetzbare Lösung ab. Da sowohl im Jugenddepartment der Josefstadt, wie auch in der Justizanstalt für Jugendliche in Gerasdorf nur jeweils ein Drittel aller Angehaltenen "echte Jugendliche" (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr) sind, soll der Freiheitsentzug für diese Personengruppe nun zusammengefasst, neu strukturiert und inhaltlich auf deren spezielle Bedürfnisse abgestimmt werden. Ebenfalls in den Genuss des vorwiegend pädagogisch orientierten Jugendvollzuges sollen die jungen Erwachsenen (18 bis 21 Jahre alt) kommen. "Allerdings nur, so lange keine 'echten Jugendlichen' dadurch benachteiligt sind - diesen gebührt eindeutig der Vorrang", erklärt Bandion-Ortner . Aus der Justizanstalt Gerasdorf werden schrittweise alle Personen in den Erwachsenenvollzug überstellt, die das 21. Lebensjahr vollendet haben. Sie werden in ihren Heimatbundesländern beruflich und betreuerisch integriert, so dass die im Jugendvollzug erworbenen positiven Fähigkeiten nicht verloren gehen. Die so frei gespielten Haftplätze werden für die Jugendlichen der Josefstadt genützt, die dadurch vom breiten Angebot der Jugendanstalt Gerasdorf profitieren: Schul- und Berufsausbildung, Schnupperlehren, zahlreiche Werkstätten und ausreichend Freizeitmöglichkeiten, auch am weitläufigen Außengelände. Zwar bleibt organisatorisch weiterhin die Josefstadt als erster Auffangpunkt für Jugendliche Verdächtige bestehen, allerdings nur für zwei Wochen bis die erste Haftprüfungsverhandlung abgewickelt wurde. In dieser Zeit können sowohl Jugendgerichtshilfe wie auch Verteidigung alle nötigen Erhebungen pflegen, sodass schneller als bisher alle verfahrensrelevanten Daten vorhanden sind. Bandion-Ortner : "Danach werden die Betroffenen nach Gerasdorf überstellt, die weiteren Haftprüfungen und Vernehmungen sollen dann überwiegend mittels Videokonferenzen abgewickelt und so die Zusatzbelastungen für die Exekutivbediensteten durch Shuttlefahrten auf ein Minimum reduziert werden." Bereits Mitte Jänner 2011 sollen die ersten dreißig Jugendlichen aus der Josefstadt nach Gerasdorf überstellt werden - alle anderen werden dann sukzessive nachfolgen. Die zuletzt diskutierte Variante eines Neubaus nur für den Strafvollzug an Jugendlichen im Wiener Raum (dafür wurde Anfang 2010 extra eine Machbarkeitsstudie bei der BIG in Auftrag gegeben, nachdem sich herausgestellt hatte, dass das Projekt "Baumgasse" nicht leistbar ist) könnte frühestens in fünf bis sechs Jahren Verbesserungen bringen, ist allerdings noch nicht umsetzungsreif, erläutert die Justizministerin: "Die Errichtung würde zumindest 7,5 Millionen Euro kosten. Es sind aber vertiefende Prüfungen und Erhebungen nötig, die noch längere Zeit in Anspruch nehmen ", so Bandion-Ortner . Daher will man nun kurzfristig die dargestellte Lösung für Jugendliche umsetzen, die eine deutliche Verbesserung bewirken soll. "Weitere Vorarbeiten zur Realisierung eines Projektes für den Jugendvollzug im Raum Wien sind aber geplant", bemerkt Bandion-Ortner abschließend. -----------------------------------------------------------------------------------
Justiz: Bandion-Ortner traf Zentralausschuss der Exekutive Utl.: Behutsame Einsparungsmaßnahmen im Justizwachebereich als Thema =
Wien (OTS) - Justizministerin Mag. Claudia Bandion-Ortner ist am Dienstag zu einer Sitzung mit den Vertretern des Zentralausschusses der Justizwache zusammengetroffen und hat mit diesen die Einsparungen im Bereich des Strafvollzugs besprochen: Im gesamten Justizressort müssen 2011 lediglich 42 Planstellen eingespart werden, wobei der Strafvollzug 2011 vier Planstellen beisteuert. Damit wird der Strafvollzug nach 2010 (minus eine Planstelle) bereits zum zweiten Mal einen eher symbolischen Beitrag leisten, womit das Ministerium dem anhaltend hohen Häftlingsstand und dem damit verbundenen Arbeitsanfall Rechnung trägt.
In diesem Zusammenhang ist auch erwähnenswert, dass für den Bereich der Justizanstalten keine Einsparungen bei den Überstunden vorgesehen sind. Durch die Auflassung von zwei Außenstellen (Judenburg und Meidling im Tale) sollen zusätzliche Effizienzsteigerungen sowie Sachmittel lukriert werden. Es gehen dabei keine Haftplätze verloren, da die Kapazität von Judenburg (42 Plätze) bereits beim Neubau der Hauptanstalt Leoben miteinbezogen wurde und Leoben auch tatsächlich eine entsprechend niedrige Auslastung aufweist. Die Außenstelle Judenburg war nur auf Grund der Fußball-EM noch offen gehalten worden, da man Masseneinlieferungen befürchtet hatte, die allerdings ausgeblieben sind. "Insgesamt ist der Standort veraltet und die Auflassung daher auch aus Sicht des Ministeriums angezeigt", so Bandion-Ortner. Durch den Verkauf der Außenstelle Meidling im Tale wird der derzeit dort untergebrachte Schweinemastbetrieb (dieser war ohnehin nicht mehr zeitgemäß) eingestellt. Bandion-Ortner: "Der einzige Wermutstropfen ist in diesem Zusammenhang der Verlust von 13 Häftlingsarbeitsplätzen, allerdings werden wir uns bemühen, diese möglichst rasch im Bereich der Hauptanstalt zu revitalisieren." Durch den externen Zukauf von Schweinefleisch können zusätzlich die Kosten für die Neuerrichtung von Küche und Fleischerei in der Justizanstalt Stein reduziert werden, da weniger Kühlräume und Geräte benötigt werden. Betreffend die Aufgabe von Dienst- und Naturalwohnungen von Justizwachebediensteten wurde festgehalten, dass diese grundsätzlich bis zum Eintritt in den Ruhestand zu den jeweils vereinbarten Konditionen zur Verfügung stehen werden: "Wir werden in diesem Bereich aber nicht alle über einen Kamm scheren, sondern jedes einzelne Bestandsverhältnis prüfen, um auch dort gemeinsam Lösungen zu finden, wo es - dem Vernehmen nach - Zusagen über den Ruhestandsantritt hinaus gibt oder wo Mieter nennenswerte Eigeninvestitionen getätigt haben", versichert Bandion-Ortner. Im Bereich der Insassen wurde die Unbeschäftigtenvergütung für U-Häftlinge ersatzlos gestrichen sowie die Entlassungshilfe halbiert. Was die enormen Ausgaben für die medizinische Versorgung betrifft, wird an einer zentralen Lösung gearbeitet, die die Installierung eines ärztlichen Koordinators vorsieht: "Auch im Betreuungsbereich ist eine Katalogisierung bzw. Neustrukturierung angedacht - in beiden Bereichen werden aber mit allen betroffenen Bediensteten noch Gespräche geführt werden", so Bandion-Ortner abschließend. |